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Ressourcenkriege sind schon in vollem Gang

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Energiewandel - Ressourcenmangel

Unter dem Titel "Kampf ums Erdöl" schreibt das Oberbayer. Volksblatt am 20.4.11:

Briten verhandelten mit Firmen schon vor dem Krieg (gemeint ist der 2. Irakkrieg).

"Öl ist zu wichtig, um es den Arabern zu überlassen": Diese Meinung war nicht nur der frühere US-Außenminister Henry Kissinger, sondern auch britische Konzerne. Dies geht aus geheimen Papieren hervor, die der britischen Zeitung "Independent" vorliegen und über die auch Spiegel Online berichtet.

Danach haben die Konzerne schon früh, nämlich bereits vor dem Krieg 2003, ihren Anteil am Ölschatz des Iraks eingefordert. Besonders brisant ist: Sie konnten dabei auf die Unterstützung der britischen Regierung zählen. Der "Independent" dokumentiert mehrere Treffen von Londoner Regierungsvertretern mit den Firmen BP und Royal Dutch Shell kurz vor dem Irak-Krieg. Fünfmal sollen beide Seiten im Oktober und November 2002 zusammengekommen sein. BP, so wird berichtet, habe befürchtet, bei Verhandlungen der USA mit Konzernen aus anderen Ländern "außen vor" gelassen zu werden. "Wir waren entschlossen, einen fairen Anteil für die britischen Firmen in einem Irak nach Saddam zu erreichen", wird Edward Chaplin, der frühere Leiter der Region Nahost im Außenministerium zitiert (soweit der Zeitungsbericht).

Wann hat der erste Ressourcenkrieg in der Geschichte statt gefunden? Bei Afghanistan ging es den USA um eine Operationsbasis für den Zugriff nach Zentralaisien, wo erhebliche Ressourcen vermutet werden. Bei den Konflikten mit dem Iran, Kolumbien, Äquador, Venezuela u.a.  stehen die Ölreserven im Visier. In vielen Ländern werden die Verhältnisse zugunsten von Diktatoren und mörderischen Potentaten stabil gehalten (Saudi-Arabien, Libyen, Nigeria, Indonesien und Ägypten wegen des Suezkanals), um über die Öl- und Gasreserven der betreffenden Länder verfügen zu können. Offiziell geht es immer um Menschenrechte, daß dies nicht stimmt beweisen die skandalösen Massaker in afrikanischen Ländern (z.B. Ruanda, Somalia, Äthiopien), wo die Staatengemeinschaft wegen der Menschenrechte nicht interveniert hat. Die Länder haben keine Ressourcen.

War der Anfang der Ressourcenkriege noch früher? Wie ist unter dem Aspekt des riesiegen Ölbedarfs Nazideutschlands zur Bestreitung gigantischer Angriffsoffensiven die Präsenz deutscher Truppen unter Rommel in Nordafrika mit Stoßrichtung zu den Golfstaaten und die Offensive der deutschen Truppen an der Ostfront in Richtung Kaukasus anders zu bewerten?

Dem großen Durst der westlichen Industrieländer, allen voran den USA, nach preiswertem Erdöl und anderen Ressourcen, stehen schwindende und nur mit hohem Aufwand erschießbare Vorkommen gegenüber. Die Schere schließt sich mehr und mehr. Ohne Öl, Gas und andere Vorkommen sind die Staaten in ihrer Existenz bedroht. Bevor es soweit ist, wird man vor keiner militärischen Auseinandersetzung zurückschrecken.

Aktualisiert (Donnerstag, den 21. April 2011 um 09:28 Uhr)